Das Projekt:
Ziel des Projektes ist, die Jahrgänge 1 (1896) bis 49 (1945) der satirischen Zeitschrift Simplicissimus als kontingente Quelle verfügbar zu machen. Um dem historisch interessierten Benutzer nicht nur eine „unorganisierte“ Lektüre zu erlauben, sondern darüber hinaus einen gezielten Zugang zu bestimmten Themenbereichen zu ermöglichen, hat sich das Projekt die inhaltliche Erschließung des Gesamtbestandes zur Aufgabe gemacht. Dafür wurden alle erwähnten Personen, Geographika und Institutionen, historisch bedeutsame Ereignisse und auch, in vertretbarem Umfang, thematische Stichworte in einem Begriffsthesaurus versammelt. Diese Datenbank wird etwa zur Jahreswende 2007/08 im Internet verfügbar sein. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß die letzten Jahrgänge noch als work in progress zu verstehen sind.
Die Besonderheit satirischer Beiträge liegt gerade darin, daß „das Gemeinte“ selten einfach exponiert und beim Namen genannt wird, sondern umschrieben oder chiffriert, indirekt oder nur durch Andeutung zur Sprache oder ins Bild kommt. Um diese Nennungen zu erfassen, müssen bei der Verschlagwortung „implizite“ Nennungen expliziert werden. Dieses Verfahren verläßt die eigentlich positivistische Erschließung, wie sie normalerweise üblich und sinnvoll ist. Es muß ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß mithin auch eine hermeneutische Leistung der Bearbeiter in die Verschlagwortung einfließt und diese also nicht frei sein kann von Wertungen.
Die Verschlagwortung birgt auch die Möglichkeit in sich, die Stichworte wie einen Kommentar zu benutzen, d.h. zum Beispiel die Namenszuweisung zur Identifizierung einer gezeichneten Physiognomie oder die Themenstichworte als Hinweis auf eine im ersten Zugriff schwerverständliche Anspielung zu lesen. Dies verlangt eigentlich, daß alle Anspielungen erkannt und ihre Auflösung korrekt erfolgt sind. Ob und inwieweit das Projekt einem solchen Anspruch genügt, wird sich erweisen müssen. Jedenfalls bittet die Redaktion, im Falle einer notwendigen Korrektur oder sinnvollen Ergänzung um eine Kontaktaufnahme – die Bearbeiter sind in jedem Falle für solche Hinweise dankbar und sagen schnellstmögliche Reaktion zu.
Das Projekt verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen, auch sind solche für keinen zukünftigen Zeitpunkt geplant. Urheberrechte wurden nach bestem Wissen und Gewissen respektiert. Sollte eine unwillkürliche Verletzung solcher Rechte unterlaufen sein, so bitten die Projektverantwortlichen um Mitteilung, - der entsprechende Beitrag wird dann unverzüglich maskiert.
Projektbeteiligte:
Dr. Michael Knoche, Herzogin Anna Amalia Bibliothek (HAAB), Klassik Stiftung Weimar
Prof. Dr. Axel Gellhaus, Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte, RWTH Aachen, Fachbereich 7
Prof. Dr. Hans Otto Horch, Lehr- und Forschungsgebiet Deutsch-jüdische Literaturgeschichte, RWTH Aachen, Fachbereich 7
Jutta Bendt, Deutsches Literaturarchiv Marbach (DLA)
Dr. Hans Zimmermann, Herzogin Anna Amalia Bibliothek (Projektleiter)
Heftliste und Abruf
Als Vorlage für die Digitalisierung stand ein Exemplar des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA) zur Verfügung, das offenbar zum überwiegenden Teil dem Redakteur und Schriftleiter Hans Erich Blaich (alias Dr. Owlglaß) als Redaktionsexemplar gedient hat. Die wenigen Fehlstellen sowie einige Sondernummern wurden aus den Beständen der HAAB Weimar ergänzt. Den äußerst seltenen Kriegsjahrgang 1944 hat die Bayerische Staatsbibliothek zur Verfügung gestellt, bei der wir uns für die Zusammenarbeit bedanken. Einige Extraausgaben (z.B. die "Kriegsflugblätter"), die erst später zugänglich waren oder sind, werden baldmöglichst nachträglich digitalisiert und eingestellt.
Die Verzeichnisse und Listen sind ab dem Jahrgang 36 nur aus unkorrigierten Rohdaten erstellt - es werden sich also Unstimmigkeiten darin finden. Dennoch scheint eine Vorab-Publikation gerechtfertigt, da die Daten dem Benutzer zumindest Anhaltspunkte liefern können. Siglen und Pseudonyme sind hier nicht aufgelöst. Es versteht sich, daß die Listen bis zur Fertigstellung des Projekts ständig ergänzt und erneuert werden.
Durchführung der Digitalisierungsarbeiten durch MIK-Center GmbH Erfurt
Stand: November 2007


